Portrait Trio Abaton

Das Hamburger Kammerorchester Trio Abaton ist hier in einem Kurzportrait zu sehen, das aus einem Konzertmitschnitt und Einzelinterviews verwirklicht wurde. Der Film will Einblicke in die Arbeit und das Selbstverständnis des Trios geben. Unterlegt sind die wesentlichen Aussagen mit persönlichen Bildern aus Freizeit und Proben, die dokumentarisch umgesetzt wurden.

Das Trio Ricarda Schmersahl, Johannes Raab und Maike Schmersahl
Das Trio Ricarda Schmersahl, Johannes Raab und Maike Schmersahl

Wer weitere Infos und Termin zum Trio sucht wird auf der Webseite Trio-abaton.com fündig! Wir wünschen dem Trio viel Erfolg und weiterhin zahlreiche begeisterte Zuschauerinnen und Zuschauer. Wir können nur sagen – hingehen!

Filmportrait – Kammerorchester Louis Spohr

Das Kammerorchester Louis Spohr in Kassel feiert dieser Tage sein 10jähriges Bestehen! Grund für uns über dieses spannende Ensemble zu berichten. Wir haben uns dazu mit drei Gründern auf dem Dach des Staatstheaters Kassel verabredet. Ganz nach dem Ansinnen „über den Dächern der Stadt“ standen uns Katalin Hercegh, Wolfram Geiss und Joachim Schwarz Rede und Antwort. Sie zeigen in dem rund 12 minütigen Portrait kurz auf, was an ihrem Orchester Besonderes ist und welche Ziele sie ins Auge gefasst haben.

Über den Dächern Kassels – hier Katalin Hercegh die künstlerische Leiterin des Ensembles
Über den Dächern Kassels – hier Katalin Hercegh die künstlerische Leiterin des Ensembles

Kurzum kann man sagen, dass sie mit ihren Konzerten alle Sinne ansprechen und ihr Publikum mit ungewöhnlichen Programmzusammenstellungen begeistern wollen. Sie greifen dabei auf Werke aus dem frühen Barock auf, verbinden diese mit Stücken der Romantik und verstehen es stets auch zeitgenössische Kompositionen einzubinden. Um dem Publikum auch stets ein mehr an Hörgenuss zu geben, werden für das Auge auch auf Licht- und Videoinstallationen zurückgegriffen. Willkommene Überraschungen sind zudem die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Gastkünstlern aus dem Schauspiel und Tanz oder Solisten von Cello über Harfe und Gesang.

2009 erhielt das Orchester den Kulturpreis der Stadt Kassel und ist regelmäßiger Gast bei den Kasseler Musiktagen. Durch zahlreiche überregionale Auftritte, hat das Ensemble sich auch weit über seine Heimat hinaus einen Namen gemacht hat.

Weitere Informationen finden Sie unter kammerorchester-louis-spohr.de. Wir wünschen viel Spaß und können nur sagen – bitte hingehen!

Nietzsche und Ich – ein Abend mit Welf Kerner

In der heutigen Ausgabe von artort.tv treffen wir auf den Akkordeonisten Welf Kerner. Welf stand uns in unserem Ofen-Office für ein lauschig-musikalisches Interview zur Verfügung. Zudem besuchten wir ihn bei seinem Bühnenstück „Nietzsche und Ich“ im Foto-Motel in Kassel. Die Presse feiert den Liedermacher zurecht, was folgende Zeilen, die wir von Welf Kerner erhalten haben, eindrücklich besingen. Aber zu Beginn steht Nietzsche!

„Euch, den kühnen Suchern, Versuchern,
und wer je sich mit listigen Segeln
auf furchtbare Meere einschiffte, –
euch, den Rätsel-Trunkenen, den Zwielicht-Frohen,
euch allein erzähle ich das Rätsel, das ich sah …“ ( aus Zarathustra)

Der Kasseler Akkordeonist, Sänger und Komponist Welf Kerner erzählt von seinem persönlichem „Nietzsche Erlebnis“ und geht „mit Nietzsche auf Entdeckungsfahrt“ (Juliane Sattler, HNA)

“Ein Musiker und Allroundtalent, der das Mainstreamige weit hinter sich lässt, wenn er singt, wenn er rezitiert. Nietzsche-Verse, die so waghalsig sind und aufrütteln können. Die er in Klangformen gießt und seine Stimme dazugibt, eine, die rau klingt und harsch, rebellisch und immer auch mitreißend.“

„Friedrich Nietzsche ist der größte Pechvogel der Philosophiegeschichte: Er wurde nicht nur von Analphabeten in deren Deutsch, sondern auch noch in deren Wirklichkeit übersetzt“ so der deutsch-jüdische Schriftsteller Ludwig Marcuse über den Missbrauch und Missdeutung Nietzsches‘ Philosophie durch die Nationalsozialisten.Tatsächlich war Nietzsche ein entschiedener Gegner des „Nationalitäts-Wahnsinns“ und ein Verfechter einer kulturellen Einheit Europas.

„Man sieht Nietzsche ins Auge und weiß, wo das Ziel der Menschheit liegt“ (Christian Morgenstern).
Gegen die Massenkultur, die bereits zu seiner Zeit allmählich zu Herrschaft gelangte, setzte er das Ideal eines erhabenen, sich selbst bestimmenden Individuums. Der Mensch soll dabei unterschiedliche Aufgaben übernehmen, er soll die eigene Identität bestimmen, unbewusste und hintergründige Prozesse durchschauen, Vorurteile und dogmatische Überzeugungen hinterfragen, Mut haben, mit neuen Orientierungen und Lebensformen zu experimentieren. Seine Philosophie ist in einer Umbruchssituation entstanden und sie kann als eine Antwort auf diese Situation aufgefasst werden. Auch heute leben wir in einer Zeit des politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Umbruchs, in einer Übergangsgesellschaft, in der Altes durch Neues ersetzt werden muss. Nietzsches Philosophie kann uns Wege zeigen, mit einer solchen Umbruchssituation umzugehen.

Reden aus „Also sprach Zarathustra“ mischt Kerner mit eigenen Liedern und Interpretationen von Schiller und Goethe, u.a., „alles fließt irgendwie ineinander, lässt ein kleines Gesamtkunstwerk entstehen.“(HNA)

Ein Panoptikum für Sucher, Versucher, Rätsel-Trunkene und Zwielicht-Frohe…“

Akkordeonist Welf Kerner im artort.tv Interview
Akkordeonist Welf Kerner im artort.tv Interview

Wir wünschen gute Erkenntnisse und Welf Kerner viele neue Fans! Seine Webseite mit Informationen zu Auftritten lautet Akkordeonist.de

artort.tv – Porträt Wolfgang Luh – Requiem für eine verlorene Stadt

Die heutige Ausgabe von artort.tv widmet sich der Zerstörung Kassels vor genau 70 Jahren in der Nacht vom 22. auf den 23. Oktober 1943. Wir besuchen dazu den in Kassel lebenden Recycling-Künstler Wolfgang Luh, der in den vergangenen vier Jahren einen ganz bemerkenswerten Blick auf diesen für die Nordhessenmetropole so einschneidenden Tag ans Licht gefördert hat.

Kassel - Stadt der Rüstungsindustrie - nach dem verheerenden Luftangriff vom 22. auf den 23. Oktober 1943
Kassel - Stadt der Rüstungsindustrie - nach dem verheerenden Luftangriff vom 22. auf den 23. Oktober 1943

Wolfgang Luh lebt nur unweit der Innenstadt im Auefeld in Kassel. An das Auefeld grenzen Weinberg und Rosenhang. Die Entdeckungen, die der aus Südhessen stammende Künstler bei Spaziergängen macht, sind für ihn erst nach mehreren Gesprächen mit Kasseler Bürgerinnen und Bürger greifbar. Luh findet Scherben, die so gar nicht zu einem städtischen Parkleben passen wollen. Wie ihm von Passanten erzählt wird, wurden nach der völligen Zerstörung der Innenstadt vor 70 Jahren, Schutt und Überreste dorthin endgelagert.

Fasziniert von den Scherben sammelt Luh über vier Jahre hinweg über 220 kg von Fundstücken und vertieft sein Wissen über die dort verschüttete Vergangenheit.

Konfrontiert mit Gefühlen einer verlorenen Stadt - Luh's "Der Fluss" aus Scherben der Kasseler Innenstadt
Konfrontiert mit Gefühlen einer verlorenen Stadt - Luh's "Der Fluss" aus Scherben der Kasseler Innenstadt

Erleben Sie im artort.tv-Porträt einen Künstler, der ausgehend von kleinsten Teilen einer Geschichte, die großen Fragen von Frieden, Erinnerung und Mahnung in seinen Händen hält und diese mit einer Akribie zu Tage fördert, die in Zeiten von Kriegseinsätzen, Flüchtlingen und Rüstungsexporten nicht aktueller sein könnten.

Wir bedanken uns beim Stadtmuseum der Stadt Kassel für die Originalfilmaufnahmen und wünschen gute Erkenntnisse!