Der Obelisk und Die Freiheit der Kunst

In der documentastadt Kassel überschlagen sich die Ereignisse! Für uns das ermittelnde Team am Tatort der Kunst keine leichte Aufgabe. Heute versucht Stephan Haberzettl einen Überblick über den Stand der Dinge in Kassel zu geben. Das gerade die Kunstfreiheit in der Heimat der Weltkunstschau nun unter die Räder gekommen ist lässt uns bei artort.tv nicht kalt und wir klären auf.

Freiheit der Kunst bedeutet sie so zu akzeptieren, wie vom Künstler erschaffen. Änderungen wie Standort oder im Aussehen sind vom Grundgesetz geschützt
Freiheit der Kunst bedeutet sie so zu akzeptieren, wie vom Künstler erschaffen. Änderungen wie Standort oder im Aussehen sind vom Grundgesetz geschützt

Im Kanal findet Ihr auch weitere Filme zum Obelisken u.a. ein Interview mit dem Künstler Olu Oguibe. Wir wünschen interessante Erkenntnisse!

documenta 14 Regina José Galindo – El Objetivo – Das Ziel

Heute blicken wir ins Stadtmuseum während der documenta 14! Dort war die Arbeit der aus Guatemala stammenden Künstlerin Regina José Galindo. d14 Kuratorin Candice Hopkins schreibt über die Arbeit auf documenta14.de: Die Arbeit Objective (2017) zeigt Galindo in der Mitte eines geschlossenen Raums in Kassel, wo sie nur durch den Blick in einen Gewehrlauf zu sehen ist. Deutschland zählt zu den fünf größten Waffenherstellern der Welt. Ein Großteil der deutschen Rüstungsgewinne stammt aus dem Verkauf der Sturmgewehre G36 von Heckler & Koch, die in Konfliktzonen in aller Welt, darunter auch den amerikanischen Kontinent, exportiert werden. (Wie Galindo anmerkt, handelte es sich bei den Waffen, mit denen die 43 Studierenden aus Ayotzinapa in Mexiko bei der Massenentführung in Iguala erschossen wurden, um genau diesen Typ.) Auch wenn sich die Künstlerin in gefährliche Situationen begibt, ist sie nie Opfer. Ihre Verletzlichkeit entlarvt unsere Anfälligkeit: Verspürt man beim Blick durch den Gewehrlauf den Impuls, wegzuschauen, einzugreifen oder abzudrücken?

Ein G36 Maschinengewehr von Heckler und Koch in den Händen der documenta Besucher*innen
Ein G36 Maschinengewehr von Heckler und Koch in den Händen der documenta Besucher*innen

Wir waren vor Ort und haben artig nachgefragt, was die Besucher*innen empfinden und warum die Arbeit in Kassels Stadtmuseum installiert ist. Wir wünschen interessante Erkenntnisse!

Interview mit Comiczeichner Nils Knoblich über sein neues Buch Fortmachen

Es ist eine Freude heute Nils Knoblich mit seinem neuen Comic „Fortmachen“ vorzustellen! Denn Nils verbrachte einige Wochen in unserem ehemaligen Ofen-Office in Kassel, um an dem Comic zu arbeiten. Die Geschichte von „Fortmachen“ erzählt die Flucht seiner Familie aus der DDR im Jahr 1989 – wenige Wochen vor dem Fall der Mauer. Nils, der zu dem Zeitpunkt vier Jahre alt war hat über Interviews die Geschichte wieder lebendig gemacht! Er hat Erkenntnisse unter anderem aus Stasiunterlagen seiner Familie mit Erzählungen von Elter, Onkel und Großeltern in eine spannende Bilderwelt übersetzt.

Eine Ost-Berlin-Reise bringt Nils Eltern zum zweifeln
Eine Ost-Berlin-Reise bringt Nils Eltern zum zweifeln

Gerade Themen wie Überwachung und Flucht, machen den Comic zu einem aktuellen Zustandsbericht über die neuere Deutsche Geschichte! Nils ist es gelungen aus seiner Familiengeschichte ein mehr als lesenswertes Zeitdokument zu gestalten, das viele Leser*innen verdient hat. Weitere Infos zu Nils Knoblich und seiner Lesereise findet Ihr unter nilsknoblich.com. Wir wünschen spannende Erkenntnisse und bleibt neugierig dran!

Hiwa K – When We Were Exhaling Images – documenta 14

Die documenta 14 hat nun auch in Kassel begonnen! Zur Eröffnung waren die Präsidenten Deutschlands und Griechenlands – der beiden Länder in denen die Weltkunstausstellung stattfindet – angereist. Bei ihrem Rundgang über die Ausstellung besuchten sie auch die Röhreninstallation von Hiwa K. Der aus dem Irak stammende und in Berlin lebende Künstler hat gemeinsam mit Kunststundentinnen und -studenten Kanalrohre gestaltet, die an die zeitweise Behausung von Flüchtlingen erinnern sollen. Denn wie der Künstler erzählt, haben sich Menschen auf ihrer Flucht im Hafen von Patras eine längere Zeit lang in solchen Röhren häuslich einrichten müssen.

Hiwa K im Gespräch mit den Präsidenten von Deutschland und Griechenland
Hiwa K im Gespräch mit den Präsidenten von Deutschland und Griechenland

artort.tv-Redakteur Stephan Haberzettl hat den Künstler wenige Minuten vor und nach dem Besuch der Präsidenten befragt. Wir wünschen unberechenbare Erkenntnisse!